Wie Noten das Leben beeinflussen können
by Pearl Vorberg (2010) Gisela-Gymnasium, München/Germany on 2026-03-03
Die Bewertung schulischer Leistungen kann über den Lebensweg entscheiden. ISt
das richtig und gibt es eigentlich Alternativen?
In deutsche, staatlichen Schulen werden die Leistungen von 1-6 gewertet,
dabei ist eins die beste und sechs die schlechteste Bewertung. Diese
Bewertung fängt schon in der dritten Klasse an und geht bis zur elften Klasse.
Im Abitur wird daraufhin in Punkten gewertet.
Noten vor dem Abitur entscheiden, ob man als Schüler eine Stufe vorrücken
kann oder das Jahr wiederholen muss, im Abitur wiederum entscheidet die
Bewertung den Weg nach der Schule. Studium oder Ausbildung, diese Frage
muss man sich dann stellen.
In die Bewertung fließen mündliche Noten also, je nachdem wie sehr man sich
am Unterricht beteiligt und schriftliche Noten, welche durch die Bewertung
schriftlicher Leistungsnachweisen ermittelt werden.
Jedoch gibt es Faktoren im Leben eines Schülers, die es schwierig machen
können, gut in der Schule abzuscheiden.
Beispielsweise familiäre Verhältnisse, Lernstörungen wie Dyskalkulie
(Störung, die das Verständnis für Mathematik beeinträchtigt) und ADHS(
Entwicklungsstörung die zu Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität führt).
Richtig fair ist die Bewertung also nicht, gibt es aber dafür wenigstens
Alternativen für diese eintönige und oberflächliche Bewertung.
In unterschiedlichen Ländern gibt es unterschiedliche Bewertungen, in
Lettland z.B von 1-10 wobei 10 das beste ist. In den USA wird von A-F
bewertet, wobei F durchgefallen bedeutet und A die Bestleistung ist . All diese
Systeme unterscheiden sich letztendlich nicht großartig von dem Deutschen,
es gibt aber eines, was sogar hier in Deutschland angewendet wird.
In den Waldorfschulen gibt es von der ersten bis zur zehnten Klasse keine
Noten, sondern ausführliche verbale Beurteilungen, die Leistungsfortschritte,
Begabungen, das Bemühen und die Persönlichkeitsentwicklung beschreiben.
Dieses System schließt auch Sitzenbleiben aus, somit bleibt die
Klassengemeinschaft in der Regel über 12 Jahre stabil, unabhängig von den
Leistungen.
Erst zum Abitur werden klassische Noten (1-6) eingeführt für Zeugnisse, um
den Übergang in Ausbildung oder Studium zu erleichtern.
Nachteile an der Waldorfschule sind jedoch, dass der Übergang zu
weiterführenden Schulen Schülern dann schwer fallen kann, außerdem
werden in manchen Fällen naturwissenschaftliche Fächer benachteiligt, was
die schulische Karriere beeinträchtigen kann.
Dazu kommen die Kosten, die die Familien der Schüler tragen müssen, um an
der Schule angenommen zu werden. Nach meinen Recherchen gibt es also immer Nachteile und Vorteile von
Notensystemen und man kann immer etwas verbessern, also beispielsweise
Ausgleiche für Schüler/innen, die Lernstörungen oder andere Probleme
haben, die sie daran hindern, ihr volles Potenzial zu erreichen.
Nach der Bundeszentrale für politische Bildung, beurteilen Lehrer/innen ihre
Objektivität meist anders. In Fächern wie Deutsch ist das vielleicht wenig
überraschend und in der Tat wird deren Bewertung auch von vielen
Wissenschaftlern als sehr subjektiv und schwierig eingeschätzt.
Tatsächlich haben Studien aber auch für vermeintlich objektive Kriterien
wie Mathematikaufgabe teilweise große Unterschiede in der Bewertung
festgestellt. Erklären tut sich das dadurch dass Lehrer/innen einen großen
Spielraum bei der Benotung haben und es ihnen einzelnen überlassen wird
wie viele Punkte abgezogen oder vergeben werden müssen.
Allgemein sollen Noten gerecht sein, wer viel lehrt und sich anstrengt,
bekommt auch ein entsprechendes Ergebnis. Kritiker und auch Forscher
bemerken aber, dass Leistungen keineswegs unabhängig von sozialen
Faktoren sind. Das haben die Bildungsforscher Kai Maaz, Ulrich Trautwein
und Franz Baeriswyl 2011 herausgefunden. In ihrer Studie verglichen sie die
Schulnoten von Kindern mit ihren Leistungen im standardisierten Test und
erkannten, dass Arbeiterkinder seltener gute Noten bekommen als
Akademikerkinder mit derselben Testleistung und dazu auch noch weniger
die Empfehlung für das Gymnasium.
Zum Schluss kann man also sagen, dass noch vieles an unserem
Schulsystem geändert und verbessert werden muss in Themen wie
Notensystemen und Fairness der Noten.
Pearl Vorwerg
Quellen:https://www.bpb.de/themen/bildung/dossier-bildung/213307/das-
dilemma-mit-den-schulnoten/
Brügelmann & Backhaus, 2006 und Oelkers, 2001
https://www.waldorfschule.de/artikel/notenzeugnisse-sind-paedagogische
r-unfug




